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Frage

Meine Labrador-Hündin gräbt in unserem Garten Löcher in die Wiese. Ich habe zwar schon Pfeffer in die Löcher gegeben – das hilft ein bisschen, aber sie macht dann einfach an einem anderen Ort weiter. Sie ist jetzt sieben Monate alt. Was kann ich noch tun, um das Problem in den Griff zu bekommen? Haben Sie besten Dank für Ihre Antwort!

E. Kühni, Aadorf TG

Das sagt Dr. Thomas Schneiter

Dr. Thomas Schneiter ist Spezialtierarzt FVH in der Tierklinik Sonnenhof in Derendingen SO

Graben ist für Hunde ein absolut normales Verhalten. So stammt zum Beispiel der Name der Hunderasse Terrier vom französischen Begriff «terre». Und «terre» bedeutet bekanntlich nichts anderes als Erde. Der Terrier heisst so, weil er den Bau von Beutetieren, welche er jagen will, aufgräbt. Das beste Beispiel ist der Jack Russell Terrier, der irgendwo auf einer Weide Mäuse jagt. Er gräbt Loch um Loch, bis er die Maus erwischt hat. Dummerweise deckt sich das Bedürfnis der grabenden Hunde nicht mit unserem Bedürfnis nach einem saftig grünen Zierrasen. Meist läuft es so, dass der Hundehalter irgendwann in seinem Rasen Löcher entdeckt, die der Hund vor einiger Zeit gegraben hat. In dieser Situation können wir auf das Hundeverhalten keinen Einfluss nehmen. Es heisst auf die Zähne beissen, Loch zuschaufeln und neuen Rasen sähen. Der Hund versteht es nicht, wenn er zum Loch zitiert und mit «Pfui» und «Nei aber au» eingedeckt wird. Auch wenn das Herrchen meint, der Hund habe ihn verstanden, weil er den Schwanz einzieht, dann stimmt das nicht. Der Hund reagiert nur auf die negative Stimmung, bringt es aber nicht in Zusammenhang mit dem Loch.

Um das Problem in den Griff zu kriegen, muss der Hund negative Erlebnisse mit dem Graben verknüpfen. Jeder Hund hat andere Dinge, die er nicht mag. Unangenehme Erlebnisse können sein: Herrchens oder Frauchens laute Stimme, die «Nei» oder «Pfui» über den Rasen brüllt, ein wasserscheuer Hund kann mit kaltem Wasser abgespritzt oder mit einer rasselnden Büchse erschreckt werden. Extrem wichtig dabei ist, dass der Hund während des Grabens erwischt wird und dass diese Konditionierung einige Zeit lang konsequent durchgeführt wird.

Dann muss dem Hund aber auch eine Alternative zum Graben geboten werden. Regelmässige und ausführliche Spaziergänge, Kauartikel und Spielen mit dem Hund führen dazu, dass Ihr Vierbeiner sowohl körperlich als auch geistig gefordert ist und keine Langeweile hat.