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Frage

Ich wohne im Parterre und habe zwei Katzengeschwister (10), die nach draussen können. Mit ihnen habe ich früher fünf Jahre in einer WG mit zwei weiteren Katzen gewohnt, das ging wunderbar. Nun habe ich eine dritte Katze erhalten, Sternli. Es ist ein verschmustes, liebes Büsi! Aber meine Kätzin faucht sie an, und Sternli faucht zurück. Ganz verrückt ist jedoch mein Kater – er geht auf sie los, rast das Sofa entlang wie ein wilder Tiger und reibt überall seinen Kopf zum Markieren. Sternli verkriecht sich hinter das Sofa und schreit und faucht ihn an. Meine Fragen: Brauchen die drei Katzen einfach viel Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen? Oder muss ich Sternli wieder weggeben? Kann ich irgendetwas tun, damit sich die drei aneinander gewöhnen und im gleichen Haushalt leben können?

Renata Becker, Seuzach ZH

Das sagt Dr. Brigitte Bütikofer

Dr. Brigitte Bütikofer ist Tierärztin in der Tierklinik Sonnenhof in Derendingen SO. Sie absolviert zurzeit eine Ausbildung in Verhaltensmedizin.

Auch Katzen haben persönliche Vorlieben – Katze ist nicht gleich Katze! Wenn Ihre beiden Katzen schon mal mit anderen zusammengelebt haben, muss das nicht heissen, dass sie wieder problemlos mit einer anderen Katze unter einem Dach wohnen möchten. Zudem ist die Wohnsituation eine andere, was das Leben von Katzen extrem beeinflussen kann.

Fauchen zu Beginn ist völlig normal. Bei der ersten Begegnung wird meistens heftig gefaucht, geknurrt und auch mal ein bisschen gehauen. So lange es dabei bleibt, sollten Sie nicht eingreifen. Beschränken Sie aber zu Beginn die Kontaktzeit, damit sich die Katzen auch wieder beruhigen und erholen können. Schauen Sie, dass genügend Rückzugsmöglichkeiten (Kisten, Regale und andere Versteckmöglichkeiten) vorhanden sind, damit sich alle drei zurückziehen können, wenn sie es möchten. Machen Sie auch mehrere Katzenkistli bereit, damit jede Katze individuell die Möglichkeit hat, ihr Geschäft zu erledigen. Ein Feliway-Stecker kann Ihre Bemühungen beim Zusammenführen der Katzen erleichtern. Der Stecker sendet Pheromone aus. Das sind spezielle Geruchsstoffe, die im Gehirn die Stimmungslage und die Emotionen beeinflussen. Diese Pheromone sind für uns Menschen nicht wahrnehmbar. Sie beeinflussen aber die Stimmungslage der Katzen und wirken entspannend. Katzen können sich diesen Pheromonen nicht entziehen, und die Spannung unter den Tieren kann gesenkt werden. Einen solchen Stecker bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt.

Idealerweise wird eine neue Katze langsam in ein bestehendes System eingeführt. Sie wird zuerst in einem Zimmer gehalten. Die Gerüche unter den Katzen werden ausgetauscht, etwa durch Schlafdecken. Ein Zusammenführen ist nicht immer einfach und braucht viel Zeit. Manchmal kann es auch sein, dass die neue Katze nicht dazu passt. Haben Sie ein wenig Geduld, vermutlich wird es schon klappen. Bei weiteren Problemen suchen Sie bitte einen auf Verhaltensmedizin spezialisierten Tierarzt (www.stvv.ch) auf. Problemsituationen (auch Markieren) sollten sich nicht festfahren.