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Frage

Unsere Katze ist zehnjährig, ein Weibchen und leidet immer wieder an Verstopfung. Sie ist übergewichtig, sechs Kilogramm schwer und erhält kalorienreduziertes Futter. Kürzlich war sie zwei Tage beim Tierarzt zum Entkoten. Jetzt scheint sie aber bereits wieder verstopft zu sein. Wir haben Hairball-Paste ins Futter beigemischt, doch das nützt nichts. Ich wäre riesig froh und dankbar, wenn Sie mir baldmöglichst einen Rat wüssten.

Margot Steiner, Jegenstorf BE

Das sagt Dr. Thomas Schneiter

Dr. Thomas Schneiter ist Spezialtierarzt FVH in der Tierklinik Sonnenhof in Derendingen SO

Verstopfung bei der Katze ist ein sehr lästiges Problem, sowohl für das Büsi als auch für seinen Besitzer. Es gibt diverse Gründe für diese Verstopfungen. Einige Hauskatzen leiden an Bewegungsmangel und sind deswegen zu schwer. Auch Ihre Katze ist übergewichtig. Bei zu dicken Katzen ist durch das eingelagerte Fett der Kotabsatz oft erschwert. Weitere Gründe für Verstopfung sind abgeheilte Beckenbrüche, die den Beckendurchgang eng machen. Dadurch wird der Kot zurückgehalten. Exzessives Schlucken von Haaren kann den Kotabsatz auch erschweren. Schmerzen im Rücken oder Hüftbereich können dazu führen, dass eine Katze beim Koten Schmerzen hat und darum nicht aufs Kistchen gehen will. Dicker und harter Kot kann mit der Zeit zu Vernarbungen am After führen. Diese Vernarbungen wiederum können dann eine weitere Verstopfung verursachen.

Auch psychische Probleme können einen negativen Einfluss auf den Kotabsatz haben. Fühlt sich die Katze auf dem Kistchen gestresst? Wird sie von einem Katzenkollegen beim Kotabsatz gestört? Steht das Kistchen neben einer rumpelnden Waschmaschine? Wie Sie sehen, gibt es viele Gründe, warum eine Katze verstopft sein kann. Sie behandeln Ihr Büsi zurzeit mit Hairball-Paste. Die Salbe macht den Kot etwas gleitfähiger. Dadurch kann er besser abgesetzt werden.

Ein einfaches Hausmitteli wäre das Anbieten von Milch. Milch enthält den Milchzucker Lactulose, und die Lactulose wirkt bei vielen Katzen abführend. Es gibt auch verschiedene Diätfutter, die den Kotabsatz erleichtern. Einige Katzen setzen besser Kot ab, wenn sie Futter fressen, das reich an Rohfasern ist, andere können besser aufs Kistli, wenn sie hochverdauliches Futter haben. Meistens muss die Behandlung ein ganzes Katzenleben lang fortgesetzt werden. Wenn Sie die Medikamente absetzen, müssen Sie damit rechnen, dass das Problem wieder auftritt. Sollten alle Medikamente und die angepasste Fütterung keine Verbesserung bringen, ist sogar ein chirurgischer Eingriff nötig. Der Enddarm, der sich immer wieder mit Kot füllt, muss entfernt werden. Wichtig wäre das Herausfinden der Ursache, warum Ihre Katze Mühe mit dem Kotabsatz hat. Dafür wenden Sie sich am besten an einen spezialisierten Kleintierarzt. Er wird Sie bestimmt unterstützen und beraten.