Hund kaufen – Tipps zum Kauf, zur Haltung & mehr

Hunde sind nach den Katzen die beliebtesten Haustiere in der Schweiz. Über 400 verschiedene Hunderassen und über 500’000 Hunde leben als Haustier in der Schweiz. Kein Wunder, denn seit Tausenden von Jahren gilt der Hund als der beste Freund des Menschen. Sie spielen auch mit dem Gedanken, einen Hund zukaufen? Hier finden Sie alle wertvollen Tipps.

Unsere Hunde stammen vom Wolf ab und leben seit ca. 12.000 Jahren mit dem Menschen zusammen und besonders in stark besiedelten Gebieten ist das Zusammentreffen mit Hund und Mensch nicht immer einfach. Die Anforderungen an die Tierhalter sind daher heutzutage sehr hoch. Diese sollen gewährleisten können, dass das Zusammenleben mit Hunden ungefährlich und weitestgehend konfliktfrei abläuft.

Hunde sind domestizierte Beutegreifer. Bei einigen ist dieses Verhalten mehr ausgeprägt, bei den anderen weniger. Vielfach ist es vom Züchter oder vom Hundehalter so gewollt, z.B. bei Jagdhunden. Hunde haben über viele Jahrtausende hinweg gelernt, sich auf den Menschen einzustellen und ihn als «Rudeltier» zu akzeptieren, weshalb es wichtig ist, dass sie in einer Gemeinschaft leben. Ist der Hund in menschlicher Obhut aufgewachsen und hatte positive Erfahrungen mit Artgenossen und Menschen, dann ist er in der Regel sehr gut sozialisiert und wird sich seiner Umgebung anpassen.

Warum kauft man sich einen Hund?

Hunde werden heutzutage aus verschiedenen Gründen gekauft/adoptiert. Hat man sich einmal verpflichtet, können sich tatsächlich Viele ein Leben ohne Hund gar nicht mehr vorstellen. Denn sie sind immer an ihrer Seite. Sie sind beste Freunde, Familienmitglieder und Seelentröster und unterstützen uns in vielen Bereichen, ohne dass wir davon etwas wissen. Manche holen sich einen Hund aus dem Tierheim und geben ihm ein neues Zuhause, andere nutzen den Hund als Wachhund, Herdenschutzhund, Jagdhund oder einfach als sozialen Gefährten und Wegbegleiter.

Viele Hunde werden bei Katastrophen als Such- oder Rettungshunde eingesetzt und sehr geschätzt. Blinden- und/oder Begleithunde für Behinderte sind mittlerweile ebenfalls zu unersetzlichen Helfern im Alltag geworden. Auch als Grenzschutz bei der Polizei verrichtet der Hund seit Jahrzehnten einen wichtigen Dienst.

Hund und Alltag – Gesetzliches

Die meisten Hunde leben heutzutage nicht mehr auf dem Land oder in Häusern mit Gärten, sondern in den Wohnungen. Oftmals haben sie keine Grünfläche vor der Haustür, was für viele aber nicht schlimm ist. Ihr Lebensraum hat sich mit den Jahren gewandelt und so ist das «Familien-Rudel» zur Hauptquelle sozialer Kontakte geworden. Ein regelmässiger Kontakt zu Artgenossen und anderen Menschen ist dennoch wichtig, weil der Hund sonst vereinsamen würde. Das Tierschutzgesetz schreibt deshalb täglichen Aufenthalt im Freien vor. Der Hund muss sich entsprechend seiner Bedürfnisse (möglichst unangeleint) bewegen können. Dies ist jedoch mit einigen Konflikten verbunden:

  • Wenig Auslaufmöglichkeiten
  • Lärmbelästigung durch Bellen
  • Leinenzwang
  • Kotaufnahmepflicht etc.

Einige schwere Beissunfälle in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass in vielen Kantonen die Hundegesetze verschärft wurden. Wer also einen Hund halten möchte, muss einige Vorschriften befolgen. Allem voran gilt die gesamtschweizerische Tierschutz-gesetzgebung. Sie legt die Mindestbedingungen für die Hundehaltung fest und enthält etliche Vorschriften:

  • Zu den Sozialkontakten
  • Bewegung
  • Unterkunft und Böden
  • Lärm
  • Zu den Hilfsmitteln und Geräten, welche bei der Erziehung eingesetzt werden dürfen oder nicht
  • Zu den verbotenen Handlungen (z.B. Coupieren der Rute oder der Ohren bzw. Einfuhr coupierter Hunde)
  • Usw.
In Hundeschulen und Erziehungskursen lernen Hundebesitzer, wie sie sich dem Hunde gegenüber klar verständlich machen, und sich freundlich, aber konsequent durchsetzen können.

Seit Herbst 2008 wurden zudem alle Hundehalter dazu verpflichtet, einen theoretischen und praktischen Hundekurs mit Sachkundennachweis zu besuchen. Per Januar 2017 wurde das Obligatorium weitestgehend aufgehoben und gilt nur in bestimmten Kantonen. Hier empfiehlt es sich, Kontakt zu Veterinärdienst des zuständigen Wohnkantons aufzunehmen. Der Schweizer Tierschutz STS und der Bundesrat raten jedoch nach wie vor jedem zum Besuch von Erziehungskursen und Welpenspielgruppen. Besonders wichtig ist es ausserdem, sich vor dem Kauf eines Hundes ausgiebig mit allen relevanten Themen zu beschäftigen (z.B. Herkunft, Aufzuchtbedingungen sowie Grundlagen einer tiergerechten Hundeerziehung).

Ebenfalls obligatorisch ist in der Schweiz der Chip. Alle Hunde müssen mit einem Mikrotransponder gechippt und vom Tierarzt bei AMICUS unter dem Namen des Hundebesitzers registriert werden. Damit wird eine Identifikation des Hundes und des Besitzers ermöglicht. Ausserdem können in der Schweiz kantonale Hundegesetze sehr stark voneinander abweichen. So sind in manchen Kantonen bestimmte Rassen verboten, in den anderen gilt Bewilligungspflicht und in wieder anderen besteht sogar ein strenger Leinenzwang. Bei Unsicherheit informieren Sie sich am besten direkt beim zuständigen kantonalen Veterinäramt.

Wie viel kostet ein Hund?

Wenn Sie einen Hund kaufen möchten, dann ist es mit dem Anschaffungspreis noch nicht getan. Kalkulieren Sie vorab die Kosten, damit später keine böse Überraschung kommt. Wir haben hier die wichtigsten Kostenpunkte für Sie zusammengefasst:

GrundKostenFrequenzErläuterung
Anschaffung TierCHF 600 – 4’500EinmaligJe nach Rasse und Herkunft variieren die Anschaffungskosten.
HundesteuerCHF 40-205Jährlich / 1. HundMit der Hundesteuer finanzieren die Gemeinden unter anderem die Abfallbehälter. Beim Kauf eines Zweithundes steigt der Betrag.
ErstausstattungCHF 1’200 – 2’600EinmaligBevor der Liebling einzieht, sollte die Grundausstattung bereits gekauft sein. Und gerade bei Welpen muss häufiger nachgekauft werden. Was alles zu der Grundausstattung dazu gehört erfahren Sie weiter unten.
Weitere Kosten CHF 1’500 – 2’000JährlichJe nach Grösse des Hundes variieren auch hier die Kosten. Die Kosten für Hundefutter, Zubehör wie Spielzeug, Zeckenschutz, Haftpflicht (teilweise obligatorisch), regelmässige Tierarztkosten für Impfungen, Hundeschule etc. sowie Aufenthalt in Hundepensionen während der Ferien können je nach Lebensstil sehr stark variieren.

Erstausstattung / Grundausstattung Hund

Die Erstausstattung ist nur der Anfang und gerade bei Welpen, die sich im Wachstum befinden, muss man mehr einkalkulieren. Sie wachsen nicht nur schnell aus ihren Geschirren heraus, sondern knabbern vieles an. Zur Grundausstattung gehört also:

Mehr zur Grundausstattung eines Welpen finden Sie auf unserem Blog.

Harmony Hundefutter

Laufende Ausgaben für den Hund

Zu den laufenden Kosten, die sehr stark variieren können, zählen:

  • Tierarztkosten
  • Hundesteuer
  • Hundeschule
  • Haftpflichtversicherung

Unabhängig von der Haftpflichtversicherung können Sie sich überlegen, ob Sie Ihren Hund gegen Unfälle versichern möchten. Verschiedene Haustierversicherungen übernehmen die notwendigen Behandlungskosten aufgrund eines Unfalls, die daraus folgende Therapiekosten, Tierspitalaufenthalte, chirurgische Eingriffe etc.


Hund und Ferien

Nicht zu unterschätzen sind auch die Pensionskosten für Ihren Hund, sollten Sie einmal planen, ohne Tier in die Ferien zu gehen. Die Kosten für die Übernachtung in einer Tierpension bestimmt das Gewicht des Hundes. Diese sind unterschiedlich geregelt und betragen in der Regel (je nach Grösse/Gewicht des Hundes) zwischen CHF 30 und 70 pro Tag. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema «Ferien mit oder ohne Hund»:

Welcher Hund soll es sein?

Rassehund oder Tierheimhund?

Wer sich für einen Rassehund entscheiden sollte, sollte sich vorher vielleicht informieren, ob vielleicht ein Hund der gewünschten Rasse bereits im Tierheim auf ein Plätzchen wartet. Ist das nicht der Fall, sollte man das Tier unbedingt nur bei seriösen Züchtern kaufen. In der Schweiz gibt es 2 Organisationen, die die Zuchtbetriebe streng kontrollieren und diese mit einem Label zertifizieren: Die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) oder das Certodog-Züchterlabel. Empfehlenswert ist es, mehrere Züchter auszuwählen und die Bedingungen dieser Vorort zu vergleichen.

  • Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Anlage sauber ist und Sie die Welpen mit ihrer Mutter sehen können.
  • Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sich Züchter nach Ihren Lebensverhältnissen erkundigen, bevor sie bereit sind, Ihnen einen Welpen zu verkaufen.
  • Achten Sie darauf, wie sich die Welpen verhalten. Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Hunde scheu oder aggressiv sind.
  • Seriöse Züchter geben Ihre Welpen nicht vor der 10. Oder 12. Lebenswoche ab.
  • Es wird von Hunderassen abgeraten, bei denen die Merkmale extrem herausgezüchtet wurden (z.B. eingedrückte, kurze Nase; Zwergwuchs; kurze und krumme Beine etc.)
  • Vorsicht beim Kauf der Hunde im Internet, vor allem vor «Billig-Welpen», welche Ihnen am Rastplatz oder an einem sonstigen dubiosen Ort übergeben werden. Achten Sie beim Kauf auf vollständigen Namen, Adresse, Besichtigungsort etc. und auf alle nötigen Angaben zum Tier (Rasse, Geburtsdatum, Herkunftsort, Abstammung und Gesundheitsstatus sowie Mikrochip-Nummer). Hier erfahren Sie mehr dazu.

Die Anschaffung eines Hundes aus dem Tierheim bringt viele Vorteile mit sich. Neben Rassehunden finden Sie sowohl junge als auch erwachsene Mischlingshunde. Oft können die grundlegenden Charakterzüge eines Hundes bereits abgeschätzt werden und Sie können vor der Anschaffung vom langsamen Kennenlernen profitieren und bereits abschätzen, ob der Hund zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passt. Zudem steht Ihnen während der Eingewöhnungsphase oder auch bei Verhaltensauffälligkeiten des Hundes das Personal beratend zur Seite.


Hund adoptieren
Auf www.adopt-a-pet.ch können Sie sich die Tierheimhunde bequem von zu Hause aus anschauen.

Welpe oder erwachsener Hund?

Ein Welpe macht sehr viel Freude, ist aber auch sehr arbeits- und zeitintensiv. Vor allem in den ersten Wochen/Monaten muss man damit rechnen, alle paar Stunden (auch in der Nacht) mit dem Schützling vor die Tür zu gehen, bis dieser stubenrein ist. Spezielle Welpenprägungskurse müssen besucht werden und nachfolgende Erziehungskurse. Selbstverständlich sind Erziehungskurse aber auch für ältere Hunde empfehlenswert – man lernt ja schliesslich nie aus. Damit lassen sich verlernte oder nie gelernte Verhaltensregeln auffrischen oder verbessern.

Rüde oder Hündin?

Rüden zeigen oft Hunden und Menschen gegenüber ein dominanteres Verhalten als Hündinnen. Es ist natürlich nicht bei jedem Hund der Fall und auch nicht immer nur bei Rüden, weshalb darauf zu achten ist, dass Hunde konsequent und gewissenhaft erzogen werden müssen. Hündinnen werden jährlich 2 Mal läufig und dürfen während dieser Zeit nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Egal, für welchen Hund Sie sich schlussendlich entscheiden, bitte bedenken Sie vor dem Kauf des Hundes, dass so ein Tier je nach Rasse und Grösse 12 bis 15 Jahre alt werden kann.

Zeitaufwand

Hunde sollten mit ihrem «menschlichen Rudel» zusammenleben können und benötigen zusätzlich täglich mehrere Stunden Aufmerksamkeit. Ausführliche Spaziergänge auf abwechslungsreichen Wegen (auch bei Wind und Regen), Beschäftigung für Nase, Ohren und Gehirn sowie spielerische Erziehungsübungen sollten täglich durchgeführt werden. Da Hunde soziale Rudeltiere sind, sollten sie täglich nicht länger als für 3 – 4 Stunden allein gelassen werden. Für Vollberufstätige sind Hunde als Heimtiere daher ungeeignet, es sei denn, der Hund kann zur Arbeit mitgenommen werden und kann sich dort freibewegen. Überlegen Sie sich daher gut, ob Sie einem Hund gerecht werden können und ob Sie für viele Jahre Verantwortung für ein Lebewesen tragen möchten.

Quellen:

  • Tierschutz.com
  • Beobachter.ch

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