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Ich sah Mabel und Mabel sah mich!

Im April 2016 machte ich mich von der Schweiz aus auf den Weg nach Pitesti, um das grösste Hundeheim der Welt einmal mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben. Bereits 2014 hatte meine in der Schweiz ansässige Firma QUALIPET eine grosse Futterspende an die Smeura geschickt und erfreulicherweise waren wir in den letzten Jahren in der Lage, dies zu wiederholen.

Gleich an meinem ersten Tag in der Smeura konnte ich zusammen mit einer Gruppe von Politikern, Peta-Mitgliedern und anderen Tierschützern einen sehr positiven Eindruck vom Umgang mit den vielen Tieren, die hier versorgt werden, gewinnen! Mit regelmässig über 5000 Hunden und teilweise auch vielen Katzen, ist es wahrhaft eine Herkulesaufgabe, allen Tieren gleichermassen gerecht zu werden.

Die Hindernisse scheinen auf den ersten Blick kaum überwindbar. Viele Tiere werden täglich vor den Toren der Smeura “abgeladen”, die Politik vor Ort ist absolut kontraproduktiv und die Massen an täglich benötigtem Futter erschlagen einen  förmlich. Überrascht war ich über die Zuversicht und die Ruhe, die Matthias Schmidt ausstrahlte und vor allem über seinen Überblick, den er nie zu verlieren scheint. Auch einer der Gründe, warum sich QUALIPET unter den vielen Tierschutzprojekten im Ausland für die Tierhilfe Hoffnung entschieden hat. Die Smeura ist mit all ihren Mitarbeitern zudem professionell organisiert. Als äusserst wirksam und sehr positiv habe ich die vielen Kastrationen, die von zwei festangestellten Tierärzten täglich bewältigt werden, empfunden. Aus meiner Sicht gibt es nichts Nachhaltigeres als die Tiere zu kastrieren.

Nach einem ersten, sehr eindrücklichen und ereignisreichen Tag, habe ich mich am zweiten Tag vor Ort mit Matthias Schmidt zusammengesetzt, um zu überlegen, wie wir das Projekt weiter fördern können. Denn alles hilft: Geld, Futter,
Bettchen, Arzneimittel und gute Kontakte. Bei dieser Gelegenheit hat mir Matthias unter anderem auch die Krankenstation gezeigt und genau hier kam es zu einem magischen Zusammentreffen. Ich sah Mabel und Mabel sah mich! In der Krankenstation
mit angeschlossener Sonnenterasse werden die Hunde nach Operationen und Verletzungen gesund gepflegt. Mabel wurde unmittelbar vor meiner Ankunft mit einer schweren Verletzung am hinteren linken Bein vor den Toren der Smeura “entsorgt”. Weil man sie bis zu diesem Zeitpunkt unversorgt liess, war ein Grossteil des Gewebes abgestorben und ihr Beinchen musste amputiert werden. Dies hat dem Lebenswillen dieser tollen Hündin aber keinen Dämpfer verpasst, im Gegenteil: Obwohl Mabel erst kurz zuvor operiert wurde, kam sie gleich auf drei Beinen angerannt und konnte gar nicht genug von mir kriegen. Weil ich allen Hunden gerecht werden wollte, habe ich dann nach 2-3 Minuten einen anderen Hund gestreichelt, aber Mabel kam gleich dazwischen und hat sich auf ihre ganz charmante Art vorgedrängelt. Tief in ihren Augen sah ich pure Lebensfreude, Energie und etwas ganz Freches! Ich hätte sie so gern gleich mitgenommen, aber bei mir stand ein grosser Umzug an und erst ab November könnte ich ihr –auch räumlich- das bieten, was sie verdient.

Ob aber Mabel dann noch in der Smeura sein würde??? Schweren Herzens habe ich mich von ihr verabschiedet, nicht ohne ihr zu versprechen, dass ich meinen Platz für sie auf jeden Fall offen halte. Durch den Umzug – er zog sich über den ganzen Sommer hin –und meiner oftmals sehr arbeitsintensiven Tätigkeit in meiner Firma hatte ich meine Gedanken an Mabel fast verdrängt. Dann eines Abends Ende November ein Anruf von Matthias: Mabel habe noch keine Chance auf ein gutes Zuhause bekommen und ob ich es mir vorstellen könnte, sie zu mir zu nehmen. Sie sei sozusagen ausreisefertig und könnte in der darauffolgenden Woche mit dem Transport nach Deutschland kommen und er selbst würde sie gerne zu mir in die Schweiz bringen. Da gab es für mich nichts zu überlegen. Wir vereinbarten einen Termin für die Übergabe dieser wunderbaren Hündin und ich freute mich wahnsinnig auf ihre Ankunft. Am 05. Dezember 2016 war es dann soweit und Matthias brachte mir Mabel persönlich nach Dietlikon. Ein ganz emotionaler Moment, als Mabel und ich uns begegneten, vielen Dank dafür.

Mabel war bereits stubenrein. Jedoch hatte Sie am Anfang etwas “zu viel” Freude an unseren beiden Katzen und war, wenn nicht angeleint, doch sehr “selbstständig”. Nach nur zwei Monaten intensiver Arbeit mit Mabel, kann ich nun ohne Leine spazieren gehen und mit den Katzen herrscht Frieden. Mabel ist ein ganz toller Hund, der unser Leben in jeder Beziehung bereichert. Bewährt hat sich wohl auch der Umgang mit so vielen Hunden im Tierheim. Mabel kommt wirklich mit allen Hunden bestens aus und hat einen ganz tollen, sozialen Umgang. Neben ihrem lieben Wesen, ist sie einfach eine absolute Traumhündin, die am liebsten rund um die Uhr neben mir ist und bei allem dabei sein möchte! Egal, ob im Auto oder im Restaurant, Mabel ist dabei!

Wir möchten der Tierhilfe Hoffnung, insbesondere natürlich Matthias Schmidt, dafür danken, dass sie uns Mabel anvertraut haben und sind uns sicher, dass Mabel unser Leben nur positiv beeinflusst hat.

Dieser Bericht erschien im Sommer/Herbst 2017 in „Tierhilfe HOFFNUNG – Hilfe für Tiere in Not e.V. Rundbrief 39“ S.48f

Ein Bericht von Fabian Boffa Stv. Geschäftsführer bei QUALIPET
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