Katzenschnupfen homöopathisch behandeln

An Katzenschnupfen beissen sich ehrlicherweise nicht nur Schulmediziner, sondern auch Homöopathen die Zähne aus. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Wundermittel gegen den chronischen, oftmals sehr belastenden Katzenschnupfen die Homöopathie bietet. Leider gibt es auch hier kein «Zaubermittel». Trotzdem möchten wir in diesem Artikel eine etwas andere Herangehensweise aufzeigen und einige Impulse geben, denn homöopathisch können wir sehr viel bewirken.

Katzenschnupfen ist keine genau definierbare Erkrankung, sondern vielmehr ein komplexes Geschehen in Nase und Nebenhöhlen. Häufig sind zusätzlich die Augen und der Rachen betroffen. Als Auslöser des Katzenschnupfens kommen Einzel- oder Mischinfektionen mit dem Felinen Herpesvirus Typ 1, dem Felinen Calicivirus und auch bakteriellen Erregern wie Mykoplasmen, Chlamydia felis und Bordetella bronchiseptica infrage.

Katzenschnupfen kommt immer häufiger vor. Wir dürfen uns nicht ganz der Tatsache verschliessen, dass er tendenziell als Folge von immunsupprimierenden Therapien und schlecht vertragenen Impfungen auftritt. Katzen, die am Katzenschnupfenkomplex leiden, sollten nicht geimpft werden, denn häufig schwächt die Impfung sie zusätzlich oder kann einen erneuten Krankheitsausbruch provozieren.

Wann ist eine homöopathische Behandlung des Katzenschnupfens empfehlenswert?

Aufgrund der Praxiserfahrung der Autorin ist eine homöopathische Therapie umso erfolgreicher, je weniger Zeit seit der Ersterkrankung vergangen ist und je weniger immunsupprimierende Therapien bisher angewendet wurden. Wie erwähnt, spielen Viren bei diesem Krankheitskomplex häufig eine bedeutende Rolle. Eine virale Erkrankung kann nur vom Immunsystem bekämpft werden. Antibiotika greifen bei einer viralen Erkrankung nicht. Die Homöopathie greift genau an dem Punkt an, nämlich bei der Stärkung der Lebenskraft und in der Aktivierung des Immunsystems. Ein Arzneimittel, das wir darum häufig zu Beginn einer Erkrankung geben können, ist Echinacea.

Echinacea angustifolia

Echinacea angustifolia ist bei allen Formen der Immunschwäche indiziert und dadurch ein unspezifisches Tonikum für das Immunsystem. Es gilt auch als der grosse Blutreiniger und eliminiert toxische Substanzen. Das Mittel heilt selten eine etablierte Katzenschnupfenerkrankung alleine, aber es reaktiviert das Immunsystem und schafft so die Voraussetzung für ein gutes Wirken weiterer homöopathischer Mittel. Darum kann es auch als Zwischenmittel genutzt werden. Meistens ist aber schon nach der Gabe von Echinacea eine Besserung des Schnupfens sichtbar.

Grundsätzlich wird auch bei diesem Krankheitskomplex das Tier aus ganzheitlichen Gesichtspunkten und nach homöopathischen Heilgesetzen therapiert. Man beginnt aber häufig mit der akuten Behandlung der Schnupfensymptome und folgt zu einem späteren Zeitpunkt mit dem konstitutionellen Mittel, falls die Konstitution überhaupt eine andere Arznei erfordert. Die Behandlung einer an Katzenschnupfen erkrankten Katze erfordert viel Erfahrung und es macht Sinn, einen ausgebildeten Homöopathen zurate zu ziehen.

Silicea terra

Silicea terra ist ein weiteres Mittel, das die Autorin Cayra Arcangioli in der Praxis häufig mit Erfolg bei Katzenschnupfen anwendet. Silicea kommt auch bei jungen, geschwächten und unterernährten Katzen zum Zuge, deren Immunsystem sehr stark geschwächt ist. Es findet Einsatz bei verstopfter Nase, die sich trotz Schnäuzen nicht entleeren kann, gelbgrünem Nasenausfluss, stinkendem Geruch aus der Nase, Verlust des Geruchssinns und dadurch Fressunlust, dicken harten Krusten um die Nase, die beim Ablösen bluten und Niesanfällen. Aus konstitutioneller Sicht sind Silicea-Katzen eher feine und zarte Büsi. Diese fordern nicht viel ein, sind eher unsicher und ziehen sich bei Krankheit zurück.

Lycopodium clavatum

Lycopodium clavatum kommt im Verlaufe dieser Erkrankung häufig zum Zuge. Lycopodium kommt vor allem auf konstitutioneller Basis zum Einsatz. Diese Katzen zeigen oft Nasenflügelatmung, geschwollene Mandibularlymphknoten und häufig stinkende Absonderungen sowie zugeklebte Nasenlöcher, wobei zu Beginn oft nur das rechte Nasenloch betroffen ist. Silicea im Vergleich ist eher ein linksseitiges Mittel. Oft niesen die Vierbeiner am Tag durch die Trockenheit des hinteren Nasenraums und zeigen nachts eine verstopfte Nase.

Acidum nitricum

Acidum nitricum kommt bei fortgeschrittenen oder aggressiv verlaufenden Fällen von Katzenschnupfen zum Einsatz. Vor allem bei geschwürartigen Veränderungen an Nasenlöchern, Lippen, Maulwinkeln, Zunge und in der Rachenregion ist dieses Arzneimittel angezeigt. Diese Tiere fressen vor lauter Schmerz kaum noch und reagieren deutlich empfindlich bei Berührung der Entzündungen. Aus der Nase fliessen wundmachende, dickflüssige Absonderungen und häufig sind auch die Augen von den Entzündungen betroffen. Einen besonderen Bezug hat dieses Mittel zu den Haut-Schleimhaut-Übergängen.

Es gibt noch viele weitere Mittel, die man immer in die Differenzialdiagnose mit einbeziehen muss, wie zum Beispiel Calcium carbonicum, Phosphorus, Hippozaeninum, Kalium bichromicum, Lachesis, Arsenicum album, Hepar sulfuris und vieles mehr.

Da diese komplexe Erkrankung eine ebenso komplexe Therapie benötigt, ist hier ein erfahrener Homöopath zu empfehlen. Mittels der Homöopathie konnte unsere Autorin schon viele stark erkrankte Katzenpatienten stabilisieren, von einer stetigen immunsupprimierenden Therapie befreien und auch heilen. Auch langjährige chronische Fälle, bei denen die Kortisontherapie keine Linderung mehr bringt, können mittels der Homöopathie wieder in eine höhere Lebenskraft und somit zu einer besseren Reaktionsfähigkeit des Immunsystems geführt werden. Auf jeden Fall lohnt es sich, den homöopathischen Weg in die Therapie bei Katzenschnupfen mit einzubeziehen.

Katzenschnupfen

Was Sie als Tierbesitzer tun können, um eine optimale Grundlage für die Heilung zu schaffen:

  • Die Stärkung des Immunsystems ist das A und O bei dieser Erkrankung. Dies bedeutet ein gesundes und katzenfreundliches Umfeld zu schaffen, in dem die Katze nicht unnötigem Stress ausgesetzt ist (Beispiel Tierheimaufenthalt).
  • Zudem sollten dem Vierbeiner so wenig antibiotische und immunsupprimierende Pharmakatherapien wie möglich verabreicht werden, um das Immunsystem, insbesondere die Immunabwehr durch den Darm, nicht zusätzlich zu schwächen. Auch prophylaktisch angewendete Antiparasitika gilt es zu vermeiden.
  • Eine qualitativ hochwertige, katzengerechte Fütterung ist essenziell, um eine gute Energieversorgung zu gewährleisten.
  • Lassen Sie Ihre Katze täglich inhalieren, um die Atemwege feucht zu halten und den oftmals sehr dickflüssigen Schleim zu verflüssigen. Hierfür können Sie Ihr Büsi für zehn Minuten in einer Transportkiste unterbringen. Legen Sie ein grosses Badetuch über das Kistchen und eine Pfanne mit heissem Wasser vermischt mit einem Suppenlöffel voll Meersalz und lassen Sie das Büsi den Dampf inhalieren. Die Pfanne muss genügend Abstand zum Kistchen haben, damit der Vierbeiner die Pfote nicht verbrennen kann und am anderen Ende sollte das Kistchen eine Öffnung haben, damit der Dampf abziehen kann. Wenn Ihre Katze zu grosse Angst vor der Transportbox hat, können Sie sie auch mit ins Bad nehmen, wenn Sie duschen oder baden und ihr so eine indirekte «Wellness»-Dampfbehandlung zukommen lassen.
  • Augenentzündungen können mittels Malven- oder Euphrasia-Augentropfen unterstützend behandelt werden. Verklebte Augen können gut mit Milchwasser vom äusseren Augenwinkel gegen innen ausgewaschen werden. Wir empfehlen Watterondellen, die sehr weich sind und so die Haut nicht zusätzlich reizen. Verwenden Sie unbedingt für jedes Auge eine eigene Rondelle.

Quellen:

• Erschienen im Katzenmagazin 1/20, S. 56-57, Autor Cayra Arcangioli
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