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Hilfe, meine Katze markiert

Hilfe, meine Katze markiert (Katzen markieren Gegenmittel)

Markiert die Katze wirklich oder hat sie vielleicht doch nur Urin abgesetzt? Unabhängig von der Antwort auf diese Frage muss die Ursache für das unliebsame Verhalten herausgefunden werden – denn grundlos macht eine Katze weder das eine noch das andere.

Katzen sind feine und empfindsame Seelen; das feline Gemüt reagiert schon auf kleinste Veränderungen sehr sensibel. Wenn also etwas dieses empfindliche Gleichgewicht stört, dann erlebt das Tier eine erhebliche innere Krise.

Stress als Ursache fürs Markieren

Wenn wir Menschen eine Krise haben, können wir uns beschweren. Oft tun Menschen dies mündlich, oft auch schriftlich und manchmal, vor allem bei fortgeschrittener Eskalationsstufe, wird die Kommunikation durch den Beizug physikalischer Hilfsmittel verstärkt. Katzen können sich weder durch Reden noch durch Schreiben ausdrücken und selbst der erwähnte Beizug physikalischer Hilfsmittel steht ihnen nur eingeschränkt zur Verfügung. Aber das heisst nicht, dass sie vollkommen hilflos sind – ganz im Gegenteil.

Katzen sind durchaus in der Lage, ihren Unmut zu bekunden. Und zwar, indem sie ihrer inneren Krise mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, wie Kratz- oder Urinmarkieren Ausdruck verleihen. Im besten Fall erkennen wir das Problem und lösen es. Im ungünstigsten Fall landet das unverstandene Tier im Tierheim, und sein Problem ist unter Umständen noch immer nicht gelöst.

Wenn Sie also einen Urinfleck auf Schienbeinhöhe an einer Ecke der grossen Couch im Wohnzimmer feststellen, wie können Sie daran ablesen, welches Problem die Katze genau hat? Und ist das nicht einfach nur Unsauberkeit? Hat die Katze anstatt ins Kistchen lediglich an die Couch uriniert? Die Frage, die Sie sich nun stellen sollten, ist auf jeden Fall nicht «Herrje, wie bringe ich das bloss wieder weg?», sondern «Wer war das?»

Findet man Urinspritzer, gilt es zunächst herauszufinden, wer der «Übeltäter»war, danach, was zu dieser Handlung geführt hat und schliesslich, das Problem zu lösen.

Die Frage nach dem Verursacher ist zentraler Bestandteil der Lösungsfindung, denn von der Antwort hängt alles weitere ab. Markiert eine Nachbarskatze in Ihren Räumlichkeiten, haben Sie beispielsweise ein Zutrittsproblem zu lösen. Pinkelt der eigene Nachwuchs neben das Sofa, kann die Katze nichts dafür. In einem Mehrkatzenhaushalt ist die Frage nach dem Wer noch schwieriger zu beantworten, es sei denn, Sie hätten den «Täter» auf frischer Tat ertappt.

Den Verursacher finden

Was können Sie tun? Pfotenabdrücke nehmen, Urinprobe ins Labor einsenden, Gentest? Das wäre eine Aufgabe für ein Team geschulter Forensiker, wie man sie aus einschlägigen TV-Serien kennt. Da Sie vermutlich kaum einen Forensiker im Bekanntenkreis haben, sollten Sie sich an eine Verhaltensberaterin wenden. Diese hat Mittel und Wege, eine unsaubere oder markierenden Katze in einer Gruppe zu identifizieren und kann Ihnen auch gleich bei der Problemlösung helfen.

Oder aber Sie leisten selbst gute, ehrliche Polizeiarbeit und legen sich auf die Lauer. Wenn Sie Ihre Tiere genau beobachten, werden Sie den Verursacher irgendwann ermitteln und können anfangen, an der Lösung zu arbeiten. Nun müssen Sie aber noch etwas Wichtiges erledigen …

Weg mit dem Dreck!

katzen markieren gegenmittel

Wenn Sie mit einem Arsenal an Reinigungsmitteln von A wie Ammoniak bis C wie Chlor versuchen, die garstigen Hinterlassenschaften des Tiers zu beseitigen, werden Sie unter Umständen bald darauf feststellen, dass die Botschaft bekräftigt wurde. Das könnte daran liegen, dass Sie sehr stark riechende Reinigungsmittel verwendet haben. Der starke Eigengeruch dieser Chemikalien wird
von manchen Feliden als Herausforderung aufgefasst.

Ausserdem führt ihr Einsatz nie zur Beseitigung der Ursache, da lediglich das Symptom übertüncht wird. Dies wird lediglich dazu führen, dass sich die Ursache bald wieder meldet und oftmals mächtiger und nachhaltiger als zuvor. Das gilt nicht nur für markierende Katzen, sondern
eine grosse Anzahl ähnlich gelagerter Probleme.

Sprechen wir über Kommunikation

Einige Verhaltensforscher gehen davon aus, dass im Grunde alles Kommunikation ist. Der österreichischamerikanische Psychotherapeut Paul Watzlawick hat dies sehr treffend in dem Satz: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» zusammengefasst. Watzlawik, der sich zeitlebens der menschlichen Kommunikation widmete, wollte damit zum Ausdruck bringen, dass selbst die Verweigerung von Kommunikation eine Form der Kommunikation darstellt. Wenn wir im Streit mit einer anderen Person eine Aussprache verweigern und auf einen Brief, einen Anruf oder die Türklingel nicht reagieren, ist auch dies eine Kommunikation der anderen Seite gegenüber, ob man will oder nicht. Was dies für unsere markierende Katze bedeutet, klären wir gleich nachdem wir gelernt haben, Markieren und Urinieren (Unsauberkeit) zu unterscheiden.

Der feine Unterschied zwischen Markieren und Urinieren

Katzenkrankheiten als Ursache für Unsauberkeit

Es ist wichtig zu unterscheiden, ob das Tier unsauber ist oder markiert und das ist relativ einfach. Ist die Katze unsauber, lässt sie eine Blasenladung Urin ab. Am Ort des Geschehens finden Sie eine Pfütze vor. Man spricht bei einem solchen Verhalten, wenn es sich im Hause manifestiert, auch von Unsauberkeit.

Unsauberkeit kann unter anderem in einer physischen Problematik begründet sein, beispielsweise Kryptorchismus, Blasen- oder Nierensteinen oder Harnwegsentzündungen.

Psychische Gründe als Ursache

Es können aber auch psychische Gründe dahinterstecken. Es ist in jedem Fall ratsam, eine unsaubere Katze einem Veterinär vorzuführen, um die Problematik zu klären. An dieser Stelle ist zu betonen, dass Katzen in der Regel sehr reinliche Tiere sind, die niemals in den eigenen vier Wänden ihr Geschäft an einer ungeeigneten Stelle verrichten würden. Tut ein Tier dies dennoch, so ist dies als «ultima ratio felis» zu verstehen – als das letzte der Katze zur Verfügung stehende Mittel, um auf
ein Problem hinzuweisen.

Wenn Katzen markieren…

Im Gegensatz zur Urinpfütze, die in höchster Not am falschen Ort abgesetzt wurde, muss man Urinmarkierungen häufig regelrecht suchen. Zunächst nur den Duft in der Nase, findet man sie dann meistens auf vertikalen Oberflächen: an Wänden, Vorhängen oder am Mobiliar. Hier zeigt sich auch die Vorliebe für bestimmte Bereiche der Behausung, die sich von Tier zu Tier unterscheidet.

Wenn Sie Ihre Katze beim Markieren erwischen, wird sich diese mit dem Hinterteil zur markierenden Stelle hin aufgestellt haben. Das Haupt erhoben, der Schwanz charakteristisch zitternd, kerzengerade in der Vertikalen, ist erkennbar, dass aus der Afterregion kurze Sprühstösse von Flüssigkeit abgesetzt werden. Manchmal treteln die Tiere dabei mit den Hinterläufen.

Diese Urinspuren an vertikalen Stellen sind viel mehr als nur eine unappetitliche Hinterlassenschaft. Wir wissen jedoch noch nicht, ob wir es hier mit einer Unmutsäusserung zu tun haben, ob die Markierung sagen soll «Meins!» oder ob etwas ganz anderes dahinter steckt.

Ursachen fürs Markieren der Katzen
Beim Markieren steht die Katze mit dem Hinterteil zur markierenden Stelle, den Schwanz kerzengerade nach oben, charakteristisch zitternd. Manchmal treteln die Tiere dabei mit den Hinterläufen.

Ursachen fürs Markieren der Katzen

Ursachen für häusliches Markieren gibt es mindestens so viele wie es empfindsame Katzenseelen gibt. Indem Sie von den wahrscheinlichsten Ursachen ausgehend alle Möglichkeiten der Reihe nach ausschliessen, kommen Sie aber sicher zum Ziel. Wie beim Urinieren müssen zuerst physische Probleme und Krankheiten wie Harnwegs- oder Blasenentzündungen ausgeschlossen werden, bevor man psychische Fragen abklärt.

Schon kastriert?

Ist das in Frage kommende Tier unkastriert, so kann dies einer der Gründe für häusliches Markieren sein. Wenn Hormone dieses Verhalten auslösen, werden Sie dies auch mit den grössten Bemühungen nicht ändern können. Die Natur ist hier eindeutig mächtiger. Dann lautet die Antwort auf die Frage, was der Fleck Ihnen sagen soll, tatsächlich in den meisten Fällen «Meins!» Dies lässt sich vermeiden, wenn Sie das Tier – idealerweise im Alter von drei bis sechs Monaten – kastrieren lassen. Doch selbst nach der Kastration kann es einige Wochen dauern, bis der Hormonlevel so weit gesunken ist, dass das Tier aufhört zu markieren. Warten Sie mit der Kastration aber nicht zu lange! Je länger das Tier diesem Verhalten nachgeht, desto eher schleift sich dieses ein und manifestiert sich im Repertoire als Standardverhaltensweise.

Interessante Düfte

Wenn kein physischer Grund wie eine Krankheit oder ausgebliebene Kastration vorliegt und als mögliche Ursachen ausgeschlossen sind, können Sie bei der Suche nach dem Auslöser zur Überprüfung des Verhaltens übergehen.

Noch vor einigen Jahrzehnten war man allgemein davon überzeugt, dass das Markieren einfach nur dem Abstecken der Reviergrenzen dient. Dass Katzen territoriale Tiere sind, wusste man schon. Heute verfügen wir jedoch über zusätzliche Informationen. Neues Wissen über den Einsatz und die Beschaffenheit der Flüssigkeiten, die beim Markieren versprüht werden, erschlossen eine Vielzahl zusätzlicher Erkenntnisse.

Markieren Katze als Stressabbau
Angst und Unsicherheit sind nur zwei von vielen Gründen für das Markieren in der Wohnung.

Diese «Düfte» liefern eine Vielzahl an Informationen. So zum Beispiel, ob ein Kater oder eine Kätzin die Spur gelegt hat und wenn es sich um ein Weibchen handelt, deren Fortpflanzungsstatus. Ein Kater lernt so, ob sich ein zur Paarung bereites Tier in der Nähe seines Reviers befindet. Ausserdem können Informationen über den Zeitpunkt der Markierung, das Alter des Tiers, ob es allgemein gestresst ist, die Güte des Futters der letzten Tage, Gesundheit und vieles andere mehr aus der Kombination der Biochemikalien der Markierung herausgelesen werden.

Markieren als Stressabbau

Katzen markieren aber nicht nur aus Gründen der Kommunikation, um Ansprüche zu setzen oder zur
Verteidigung ebensolcher. Manchmal ist es auch einfach und banal Stressabbau. Wie eine Art Übersprungshandlung kompensiert das Tier dabei unerfüllte Bedürfnisse: Napf leer, aber das Tier hat Hunger. Türe zu, aber das Tier will raus. Nachbarskatzen auf der Terrasse und das Tier kann nur durchs Fenster nach draussen schauen, anstatt sein Revier zu verteidigen.

Dies sind nur einige der möglichen Gründe fürs Markieren im Haus. Weitere Gründe sind neue Tiere im Haus, ein Baby wird in die Familie hineingeboren, neues Mobiliar und so weiter.

Steigern Sie das Wohlbefinden

Steigern Sie das Wohlbefinden

Eine Katze, die sich zuhause wohl und sicher fühlt, die beschäftigt ist und immer wieder Neues entdecken kann, wird deutlich seltener markieren als eine ängstliche, unsichere, unzufriedene oder unterforderte Katze.

Schaffen Sie in Ihrem Zuhause deshalb eine katzengerechte Umgebung und sorgen Sie dafür, dass es dem Tier an den grundsätzlichen Bedürfnissen nicht mangelt:

• Stellen Sie Ihrer Katze genügend hochwertiges Katzenfutter zur Verfügung und bedenken Sie, dass Katzen lieber mehrere kleine Portionen, als eine grosse Portion essen.
• Richten Sie ihr einen Platz zum Schlafen ein, an dem sie von niemandem – auch nicht von Ihnen – gestört wird.
• Spielen Sie regelmässig mit der Katze, beschäftigen Sie sie und sorgen Sie so für positive Erfahrungen.

Unser Tipp: Sichere Umgebung durch elektronische Katzenklappen schaffen

• Nicht zu vergessen ist ein stets sauberes Katzenklo, bei dessen Benutzung das Tier ebenfalls nicht gestört werden soll.
• Vermeiden Sie, wie weiter oben bereits erwähnt, stark riechende Reinigungsmittel, die Chlor oder Ammoniak enthalten.
• Unterstützen können Sie die Steigerung des felinen Wohlbefindens durch Duftzerstäuber mit entsprechenden Pheromonen.

Sichere Umgebung für Ihre Katze

Sollte eine Katze aus der Nachbarschaft sich regelmässig unerlaubten Zugang zu den Räumlichkeiten verschaffen, sorgen Sie dafür, dass das Tier nicht mehr in Ihr Zuhause gelangt. Hierbei kann eine elektronische Katzenklappe hilfreich sein, die den Chip Ihres Tiers ausliest und allen anderen Tieren den Zutritt verweigert.

Und wenn nichts hilft?

Haben Sie Geduld! Bis die oben genannten Massnahmen die gewünschte Wirkung zeigen, kann sehr viel Wasser Ihr lokales Gewässer hinunterfliessen. Besonders, wenn sich das Verhalten Ihres Tiers bereits über längere Zeit manifestiert hatte, kann es mehr als nur eine Weile dauern, bis es dazu übergeht dieses wieder abzulegen. Bevor Sie daran denken, das Tier einfach wegzugeben, sollten Sie sich Hilfe bei Experten suchen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt oder mit einer professionellen Verhaltenstherapeutin.

Achten Sie die Bedürfnisse des Tiers, gehen Sie darauf ein und zeigen Sie ihm Ihre Liebe jeden Tag aufs Neue. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und viel Glück mit Ihrem kleinen Liebling!

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