Über Grashalme als Fremdkörper im Rachen und Katzengras

Grashalme als Fremdkörper im Rachen- und Nasenhöhlenbereich bei Katzen sind keine Seltenheit. Oft will das Büsi nichts mehr fressen oder würgt permanent. Was Sie dagegen tun können und wie Sie Ihre Katze beim Herauswürgen von verschlucktem Fell unterstützen können erfahren Sie hier.

Warum brauchen Katzen Katzengras?

Wohnungskatzen benötigen Hilfe, um die durch Fellpflege verschluckten Haare leichter aus ihrem Körperinneren herauswürgen zu können. Und da kommt Katzengras ins Spiel. Wie bei uns Menschen die unverdaulichen Ballaststoffe die Verdauung anregen, hat Katzengras bei den Katzen eine ähnliche Funktion und sorgt dafür, dass die verschluckten Haare auf normalem Verdauungsweg «heraustransportiert» werden. Funktioniert das einmal nicht, dann verklumpen die Haare zu einem Haarklumpen. Die Katze frisst Grashalme, um den Haarklumpen loszuwerden. Gelingt es der Katze einmal nicht, die Haarklumpen loszuwerden, kann es zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss führen. Aber auch Freigängerkatzen sollte lieber das extra für sie angepflanzte Katzengras zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich weniger am Angebot draussen bedienen können. Die Pflanzen sind sicher teurer, dafür aber meist ungefährlicher für die Katze.

Bedenken Sie, dass das gekaufte Katzengras in Berührung mit Pflanzenschutzmitteln gekommen sein könnte. Waschen Sie daher das Gras gründlich ab, damit keine Rückstände von giftigen Mitteln zurückbleiben können.

Grashalm Problematiken

Eines vorweg gesagt: Unfälle können sowohl beim Katzengras als auch beim «normalen» Gras passieren. Wichtig ist, diese rechtzeitig zu erkennen und zu handeln. Sollte Ihre Katze also andauernd würgen und ihr Essen verweigern, kontaktieren Sie umgehend den Tierarzt und lassen Sie die Ursache abklären. «Fressunfälle» können immer passieren, das Fressen von Katzengras sollte man aber deswegen nicht verbieten. Schliesslich ist es Teil des natürlichen Verhaltens einer Katze und trägt zu ihrem Wohlbefinden bei.

Harte oder scharfe Pflanzenteile können zudem zu Schnittverletzungen in Maul, Rachen, Speiseröhre oder Magen führen, wenn die Blätter zum Beispiel unzerkaut geschluckt werden. Sollte Ihre Katze blutigen Speichel ausspucken oder blutigen Mageninhalt erbrechen, sollte dringend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Grashalme können vom Maul in die Nasenhöhle wandern. Sollte Ihre Katze ohne ersichtlichen Grund häufig niesen oder sich die Nase reiben, dann könnte ein steckengebliebener Grashalm der Grund sein. Lassen Sie diesen fachmännisch vom Tierarzt Ihres Vertrauens entfernen. Unbehandelt kann der festgesetzte Grashalm gefährliche Entzündungen nach sich ziehen. Ist der Fremdkörper entfernt, sind die Tiere meist schnell wieder fit und haben am nächsten Tag bereits Appetit.

Welche Pflanzen eignen sich als Katzengras?

Meist wird das Katzengras mit sehr schmalen, zarten und bodenförmig herabhängenden Blättern, mit aufrechten, geraden, halmartig wachsenden oder mit etwas breiteren Blättern und büschelartigem Wuchs verkauft. Denn nicht jede Katze mag es gleichermassen und es gibt leider keine Garantie, dass das Gras angenommen wird. Ein Versuch ist es aber auf jeden Fall wert, wenn Sie Ihren Stubentiger bereits häufiger beim Grasen beobachtet haben. Dabei gibt es ausgewachsene Pflanzen oder Sets mit Saatgut und Erde.

Für die Aufzucht eignen sich vor allem Getreidesamen (z.B. Hafer, Gerste oder Weizen) sehr gut, weil sie weiche Halme haben und somit gut zu kauen sind. Auch Zyperngras wird gerne als Verdauungshilfe empfohlen und ist ungiftig für die Katzen. Die Halme sind allerdings scharfkantig und können zu Schnittverletzungen führen. Da die festeren Halme quasi einen «Crunch-Effekt» haben, werden sie von vielen Katzen angenommen. Grünlilien verursachen Brechreiz und sind daher ebenfalls zum Hochwürgen von Haarballen geeignet. Beachten Sie, dass jede Pflanze Nikotin aus der Luft filtert, den Ihr Büsi beim Fressen aufnehmen kann. Zudem bildet die Grünlilie gelegentlich Samen, die unbedingt entfernt werden müssen, da sie leicht giftig sind.

Unterstützung des Büsi durch den Menschen

Aus der Sicht von einigen Katzenhaltern bringt das Katzengras einen grossen Nachteil mit: Es bringt die Katze dazu, sich z.B. auf einen Teppich zu erbrechen. Wer das vermeiden möchte, kann zur Malzpaste als Alternative zurückgreifen. Diese bewirkt, dass Haarballen oder Haare mit dem Kot ausgeschieden werden. Damit bleiben die Teppiche bzw. Böden sauber und auch die Gefahr, dass Halme steckenbleiben oder die Katze verletzen, ist eliminiert.

Und natürlich können Sie Ihr Büsi vor allem während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst mit der richtigen Fellpflege unterstützen.

Quellen:

  • Herz-fuer-tiere.de
  • Tierarzt-pool.ch

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