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Ratten

Ratte

Kurzinfo

Systematik:Rattus norvegicus, Familie Muridae, Ordnung Rodentia
Ursprung:China, Mongolei und Sibirien
Grösse & Gewicht:40 - 46cm Gesamtlänge, 250 - 650g
Aktivität:Dämmerungsaktiv, Aktivitätsphasen Tag & Nacht
Lebens-
erwartung:
2 - 3 Jahre

Haltungsanforderungen

Ratten leben in Rudeln, weswegen sie niemals alleine gehalten werden dürfen. Im Idealfall sollten mindestens drei gleichgeschlechtliche Ratten zusammen wohnen. Männchen sollten in der Regel kastriert sein, da sie sonst in der Gruppe unverträglich werden können. Sogenannte Harems (ein kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen) sind ebenfalls möglich.

Die geselligen Nager lieben es zu klettern, weswegen ein Gehege mehrstöckig mit mehreren Abteilen ausgestattet sein sollte. Zwei Tiere müssen mindestens auf einer Grundfläche von 0.5m² und einem Volumen von 0.35m³ gehalten werden. Der Käfig (Terrarien sind nicht geeignet) sollte demnach 100x50x70cm gross sein (Mindesthöhe: 56cm). Für den Ratten-Turm oder die Voliere gilt natürlich: je grösser desto besser. Das Rattenheim muss vor Zugluft (Ratten haben empfindliche Atemwege) und direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufgestellt werden.

Ernährung

Granivor, teils insectivor/carnivor: Ratten gelten als Allesfresser, was bedeutet, dass sie sowohl Gemüse, Früchte als auch tierische Nahrung wie Insekten, Fleisch, Eier usw. zu sich nehmen. Die Tiere haben einen schnellen Stoffwechsel und müssen ständig Körnerfutter als Grundnahrung zur Verfügung haben. Hierbei sollten 22g Körner pro Tag und Tier berechnet werden. Frisches Trinkwasser muss jederzeit vorhanden sein, am Besten in offenen Tonschalen oder Trinkflaschen. Proteinhaltige Nahrung (Sojaprodukte, Fleisch, Eier, Milchprodukte in geringem Masse (Laktosefreie Produkte)) ist für den Aufbau von Muskeln, Haut, Fell und Hormon-bzw. Blutbildung wichtig. Ratten benötigen Kohlenhydrate (Körner, gekochte Kartoffeln, Pasta, Früchte) als Hauptenergiequelle und wenig Fett (Nüsse oder Joghurt).

Gewaschene oder geschälte Früchte und Gemüse sollten als tägliche Frischnahrung keinesfalls fehlen. Sie können beispielsweise folgende Früchte verfüttern: Kiwis, Bananen, Papayas, Granatäpfel, Litschis, Melonen, Äpfel, Birnen, Datteln, Kaktus- und andere Feigen, Sharon-Früchte, Kaki und Beeren. Beispiele für geeignetes Gemüse: Erbsen (gekocht), Bohnen (gekocht), Kartoffeln (nur gekocht), Salat, Sellerie, Sprossen (Soja, Alfa-Alfa, Weizenkeimlinge), Broccoli (gekocht), Blumenkohl (gekocht), Karotten, Rettich, Gurken, Endivien, Mais, Randen und Fenchel. Ebenfalls Kräuter wie Basilikum, Minze und Salbei können verfüttert werden.

Neben frischem Wasser muss täglich ausreichend Heu im Rattenheim vorhanden sein. Salz- und Mineralsteine sollten immer zur Verfügung stehen. Vitamintropfen können einmal pro Woche angeboten werden.

Achtung, folgende Speisen sind für Ratten giftig oder gefährlich:

Bärlauch, Zwiebeln, Knoblauch, Avocado, Erdnussbutter, grüne Bananen, rohe Kartoffeln, roher Kohl, rohe Artischocken und rohe Bohnen.

Pflege und Umgang

Ratten sind sensible und lernfähige Tiere, die ziemlich neugierig sind. Die intelligenten Nager markieren und haben einen starken Eigengeruch.

Die Einrichtung des Käfigs sollte abwechslungsreich gestaltet sein. In den verschiedenen Etagen dürfen Rückzugsmöglichkeiten (Hängematten, Häuschen, Tontöpfe, Korkröhren), saugfähiges Nestmaterial und Nageobjekte nicht fehlen. Verschiedene Äste, eine Buddelkiste mit staubfreien und geruchsarmen Einstreu und ein Sandbad müssen ebenfalls vorhanden sein. Von Laufrädern ist wegen Verletzungsgefahr abzuraten.

Rattenheime müssen oft gereinigt werden: Sowohl Futter- als auch Trinkwassergefässe sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mehrmals pro Woche gesäubert werden. Erneuern Sie die Einstreu (Mais-Granulat, Hanfstroh) regelmässig (ein Teil der alten Einstreu kann in den Käfig zurückgegeben werden). Bitte verwenden Sie staubfreie und geruchsarme Einstreu, da die Tiere sehr empfindliche Atemwege haben.

Die ersten Schritte beim Kennenlernen sollten vom Tier ausgehen. Sie können das Erkundungsverhalten von den Nagern fördern, indem sie die Tiere aus der Hand füttern. Wenn Sie eine Ratte in die Hand nehmen, gleiten Sie mit der einen Hand von vorne unter die Brust und den Bauch und stützen mit der anderen Hand leicht von oben her. Halten Sie Ratten niemals am Schwanz oder Nacken hoch! Ratten benötigen ein bis zwei Stunden Auslauf am Tag und lieben es, sich in weiten Pullovern zu verkriechen. Bitte beobachten Sie Ihre Tiere beim Freilauf und entfernen mögliche Gefahrenquellen (Kabel, giftige Pflanzen, Chemikalien usw.). Sie sollten Ihre Tiere nicht ausser Haus mitnehmen, da sie stressempfindlich sind. Begutachten Sie die Schneidezähne, Anogenitalregion, Gewicht, Fell und Krallen regelmässig.

Krankheitsanzeichen

Bei Gewichtsverlust, Haut- und Fellveränderungen, Schnupfen & Niesen, verändertem Fress- und Trinkverhalten, Apathie, Durchfall oder rötlichen Augen sollte ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Ausstattung

Weitere Informationen & Literaturempfehlungen:

GU Ratten

Quellen:
  • GU Ratten
Bilder:

© Fotolia

© QUALIPET

4 Kommentare zu “Ratten

  1. Saverio Coppolino - Antworten

    Guten Tag
    Wir sind im Besitz von drei Farbratten weiblich, ca. 6 Monate alt. Sie haben jeden Abend für 1-2 H Auslauf. Nun gehen wir für zwei Wochen in die Ferien und mein Bruder wird die Ratten bei sich zu Hause halten. Natürlich wird er darauf schauen, so gut es geht sie auch raus lassen zu können. Meine Frage nun: Wie schlimm ist es für die Tiere wenn sie ein wenig mehr im Käfig sind als sonst? Wie ergeht es ihnen in dieser Zeit in einem anderen Zu Hause? Käfig und Futter wird alles beibehalten damit sie die Umgebung noch kennen. Lediglich ein anderes Zimmer als bei uns wird es sein. Es sind ja schlaue Tiere, werden sie es merken das wir nicht da sind?

    Danke für ein Feedback und Grüsse
    Saverio & Letizia

    1. QUALIPET - Antworten

      Guten Tag

      Manchmal sind Ratten nachtragend und vielleicht die erste Woche etwas beleidigt. Natürlich ist jedes Tier individuell und hat einen eigenen Charakter.
      Wenn Sie die Tiere zu Ihrem Bruder geben, dann unbedingt in ihrem eigenen Käfig. Wenn Sie Vertrauen zu Ihrem Bruder haben, können Sie aus dem Gehege gelassen werden, wenn nicht, sollte Ihr Bruder nur Futter und Wasser geben und die Tiere weitestgehend in Ruhe lassen.

      Falls die Möglichkeit besteht, dass die Ratten bei Ihnen bleiben können und sich jemand täglich um sie kümmert, wäre dies vermutlich die stressfreiste Variante für Ihre Kleinen.

      Freundliche Grüsse

      QUALIPET

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